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INDIKATION
SINTODENT DISC sind Rohlinge aus einer Chrom-Cobalt-Molybdän Sinter-Legierung zur frästechnischen Herstellung von permanentem Zahnersatz sowie von Primär- und Sekundärstrukturen im CAM-Verfahren.
Die daraus hergestellten Prothesen können auf Restzahnstümpfen und/oder Implantatabutments befestigt werden und gewähren eine grundlegende ästhetische und funktionelle Versorgung.


KONTRAINDIKATION
Das Produkt darf nur gemäß Indikation und Beachtung der vorliegenden Gebrauchsanweisung angewendet werden. Unverträglichkeiten von CoCr-Legierungen sind äußerst selten. Bei einer nachgewiesenen Allergie gegen einen Bestandteil dieser Legierung, ist diese aus Sicherheitsgründen nicht zu verwenden. In Ausnahmefällen werden elektrochemisch bedingte, örtliche Irritationen beschrieben. Bei der Verwendung unterschiedlicher Legierungsgruppen im Patientenmund können galvanische Effekte auftreten. Bitte informieren Sie Ihren Zahnarzt hinsichtlich der Gegenanzeigen. Alle im Zusammenhang mit dem Produkt auftretenden, schwerwiegenden Vorfälle, müssen dem Hersteller und der zuständigen Behörde im jeweiligen Land gemeldet werden.


MATERIAL
SINTODENT DISC bestehen aus einer Chrom-Cobalt-Molybdän Sinter-Legierung und sind gemäß DIN 51086-2 nickel-, beryllium-, gallium- und cadmiumfrei. Die spezifischen Werte zu den Materialeigenschaften sind in der folgenden Tabelle angegeben:

Chemische Zusammensetzung gemäß DIN 51086-2:2004:
Cobalt [Co] 62,6 % – 68,6 %
Chrom  [Cr] 26,5 % – 30,0 %
Molybdän [Mo] 4,5 % – 7,0 %  
Silizium [Si] < 0,1 %
Eisen [Fe] < 0,1 %
Mangan [Mn] < 0,1 %
Kohlenstoff [C] < 0,1 %

Technische Eigenschaften gemäß EN ISO 22674:2016:
Dichte: 7,9 g/cm3 – 8,3 g/cm3
Bruchdehnung: 10 %
E-Modul: 190 MPa/GPa
Härte nach Vickers HV 10: approx. 285
Wärmeausdehnung (25 – 600°C): 14,1 x 106 K1
Schmelzbereich: 1.320 °C – 1.420 °C
Zersetzungstemperatur: 2.000 °C
Korrosionsbeständigkeit: sehr gut
Farbe: metallisch grau

Medizinische Eigenschaften:
SINTODENT DISC sind uneingeschränkt bio­kom­patibel (bioverträglich).


SICHERHEITSHINWEISE
Um die Sicherheit und Qualität zu gewährleisten, müssen alle Angaben und Hinweise dieser Gebrauchsanweisung vom Verarbeiter eingehalten werden.

Bei der Verarbeitung sind die üblichen Schutzvorkehrungen (Staubschutzmaske, Absaugung) sowie persönliche Schutzausrüstungen (Schutzbrille) zu verwenden.

Nach Erhalt der SINTODENT DISC ist die Lieferung unmittelbar auf Verpackungsschäden und auf die Unversehrtheit der SINTODENT DISC zu prüfen. Dabei ist darauf zu achten, dass die SINTODENT DISC keine Risse, Ausbrüche oder sonstige Beschädigungen ausweißt.

Der Kontakt der Disc mit Chemikalien oder Lösungsmitteln ist zu vermeiden, da dies zur Veränderung der Materialeigenschaften führen kann.


HINWEISE FÜR DIE VERARBEITUNG
Fräsbearbeitung

Bei der frästechnischen Herstellung von permanentem Zahnersatz sowie von Primär- und Sekundärstrukturen im CAM-Verfahren dürfen folgende Werte nicht unterschritten werden:

Im Frontzahnbereich:
Wandstärke: 0,4 mm
Verbindungsquerschnitt: 6 mm²

Im molaren und premolaren Bereich:
Wandstärke: 0,6 mm
Verbindungsquerschnitt: 9 mm²

Der benötigte Durchmesser bzw. die Höhe der SINTODENT DISC richten sich nach Höhe und Geometrie der vorzunehmenden Fräsarbeit.

SINTODENT DISC sind mit Sorgfalt und gemäß den Angaben des Fräsmaschinenherstellers in die Spannvorrichtung einzubringen. Die Fräsbearbeitung kann sowohl trocken als auch mit Wasserkühlung erfolgen. Bei Arbeiten mit Wasserkühlung ist die Fräsarbeit vor dem Sintern zu trocknen (z. B. 30 min. / 120 °C).

Beachten sie bei der geometrischen Kalkulation der vorzunehmenden Fräsarbeiten den auf der SINTODENT DISC angegebenen Schrumpfungsfaktor. Sollte eine Modellierung anzustreben sein, ist ein annähernd gleicher Schichtdickenauftrag der Verblendkeramik zu gewährleisten und ebenfalls zu berücksichtigen.

Nach Fertigstellung ist die Fräsarbeit optisch auf Materialausbrüche und Risse zu prüfen. Bei Unversehrtheit kann die Fräsarbeit weiter­verwendet werden. Fräsarbeiten, die eineBeschädigung aufzeigen dürfen, nicht weiterverarbeitet werden.

Sinterprozess
Die angefertigten Fräsarbeiten sind zeitnah nach deren Herstellung dem Sinterprozess zuzuführen, um negative Beeinträchtigungen durch den Einfluss von Luftfeuchtigkeit zu vermeiden.
Die Fräsarbeit ist vorsichtig unter zur Hilfenahme von geeigneten Hilfsmitteln, wie z. B. Trennscheiben oder kreuzverzahnten Hartmetallfräsern, aus der SINTODENT DISC herauszutrennen.

Bitte beachten Sie, dass die Fräsarbeiten im ungesinterten Zustand nicht abgedampft oder sonstiger feuchter Umgebung ausgesetzt werden dürfen.

Empfehlung zum Sinterprozess:

  • Vor dem Sintern sind die Fräsarbeiten von Frässtaub zu reinigen.
  • Fräsarbeiten sind vollständig (ca. 1 mm - 2 mm Abstand zum Objektrand) in das Sinterkugelbett mit leichtem Druck einzulassen.
  • Bei Brückengliedern, Stegteilen, etc. ist darauf zu achten, diese nicht mit Sinterperlen zu bedecken.
  • Die Fräsarbeiten sind so zu platzieren, dass der Sinterschrumpf nicht behindert werden kann.
  • Sollten mehrere Fräsarbeiten zeitgleich gesintert werden, dürfen sich diese nicht berühren.
  • Um ein einwandfreies Sinterergebnis zu gewährleisten, ist auf eine korrekte Anordnung der Sinterhilfsmittel zu achten (z. B. Sinter­kugeln in Interdentalräumen oder Kronen­kavitäten).
  • Der Sinterprozess erfolgt in einem Hochtemperaturofen unter Zugabe von Argon z. B. ab 500°C.
  • Beispiel eines Sinterprogramms:
  • Programmdauer: ca. 3,5 h - 4 h bei 4 – 5 Halte­zeiten 500 ° C / 1.130 ° C / 1.280 ° C unter Zuführung von Argon Schutzgas
  • Nach Programmende Sinterhilfsmittel mit Zange entnehmen.
  • Die gesinterten Fräsarbeiten können nach dem Abkühlen auf < 50 ° C aus dem Ofen entnommen werden.
  • Im Regelfall sind die gesinterten Fräsarbeiten silberfarben. Wenn die Fräsarbeit oder gewisse Bereiche eine Oxidation aufweisen, ist das Sinterergebnis zu selektieren und dessen Verwendbarkeit zu beurteilen.

Bitte beachten Sie bei den vorgenannten Punkten die herstellerspezifischen Angaben zu Ihrem Hochtemperaturofen mit Schutzgasanschluss (Argon).

Löten / Laserschweißen
Fräsarbeiten aus SINTODENT DISCs können lasergeschweißt oder mit Kobalt Basis Lot gelötet werden. Mit CoCrMo-Lot (z. B. Giro­solder) und zugehörigem Flussmittel löten. Bitte kein Gold- oder Palladium-Lot verwenden. Beim Laserschweißen ist die Verbindungsstelle in Form einer modifizierten X-Naht zu präparieren. Nach dem Verschweißen der Fräsar­beiten aus SINTODENT DISC kann die Fräsarbeit keramisch verblendet werden.

Polieren
Restoxide können mittels Glanzstrahlperlen entfernt werden. Die ausgearbeiteten Metallflächen können mit keramisch gebundenen Schleifsteinen geglättet werden. Mit Gummi­polierern und geeigneter Polierpaste können diese auf Hochglanz poliert werden. Nach diesen Arbeitsschritten sollte die Fräsarbeit nicht mehr mit ungeschützten Händen berührt werden (z. B. Arterienklemme benutzen).

Reinigung
Fräsarbeiten aus SINTODENT DISC können nach dem Sintern mit dem Dampfstrahler oder im Ultraschallbad mit destilliertem Wasser gereinigt werden.

Empfehlung zur Nacharbeitung
Die gesinterte Fräsarbeit,

  • mit einem Feinstrahlgerät bei 3 – 4 bar mit 110 μm – 250 μm Aluminiumoxid abstrahlen.
  • Ggf. mit Hartmetallfräsen (kreuzverzahnt) nacharbeiten und anpassen.
  • für vollanatomische Restaurationen mit handels­üblichen Polierhilfsmitteln (Gummipolierer, Bürsten, NEM-Polierpasten) polieren.

Empfehlung zur Nacharbeitung / Verblendung
Die gesinterte Fräsarbeit,

  • mit einem Feinstrahlgerät bei 3 – 4 bar mit 110 μm – 250 μm Aluminiumoxid abstrahlen.
  • Ggf. mit Hartmetallfräsen (kreuzverzahnt) nacharbeiten und anpassen.
  • für vollanatomische Restaurationen mit handelsüblichen Polierhilfsmitteln (Gummipolierer, Bürsten, NEM-Polierpasten) polieren.
  • mit Dampfstrahlgerät reinigen.


BEFESTIGUNG
Aufgrund der hohen Festigkeit und Stabilität des aus der SINTODENT DISC hergestellten permanenten Zahnersatzes sowie der Primär- oder Sekundärstrukturen ist in den meisten Fällen eine konventionelle Befestigung mit handelsüblichen Zementen möglich.
Bei der konventionellen Zementierung ist auf eine ausreichende Retention und eine entsprechende Mindeststumpfhöhe von 3 mm zu achten.


VERBLENDUNG
Es können alle konventionellen Metall-Verblendkeramiken verwendet werden.
Die jeweiligen Herstellerangaben sind zu beachten.
Bei einer Verblendung ist der Wärmeaus­dehn­ungskoeffizient der Keramik auf den Wärme­ausdehnungskoeffizient der Legierung abzustimmen.


HINWEISE
ANWENDUNG NUR DURCH QUALIFIZIERTES FACHPERSONAL!

Diese Angaben sind Empfehlungen und gelten als Richtlinie. Änderungen in der Handhabung oder Zusammensetzung sind vorbehalten.


REINIGUNG / DESINFEKTION
Die in dieser Gebrauchsanweisung aufgeführten SINTODENT Produkte werden unsteril in einer geeigneten Verpackung geliefert und müssen nach Bearbeitung und bevor sie vom Dentallabor ausgeliefert werden, gereinigt und desinfiziert werden (Es wird bei Nichtbeachtung keine Garantie übernommen).
Gründliche Reinigung und Desinfektion sind eine unabdingbare Anforderung für Medizinprodukte. Zusätzlich zu den Hygiene-Richtlinien der dentalen Praxis sind die gesetzlichen Regelungen zu beachten, die örtlich Gültigkeit besitzen. Dies bezieht sich ins besondere auf die verschiedenen Richtlinien bezüglich der Inaktivierung von Prionen.

Die Herstellerrichtlinien für Desinfektions- und Reinigungsmittel sind mit besonderer Beachtung der Konzentration, Einwirkungszeit und Temperatur zu befolgen. Nur pH-neutrale Desinfektionslösungen ohne Chlor, Ammoniak, Aldehyden und mit einer nachgewiesenen Wirksamkeit gegen HBV, HCV und HIV dürfen verwendet werden. Die Produkte müssen die entsprechenden nationalen Richtlinien für Desinfektionsmittel erfüllen. Falls Desinfektionsmittel mit Aldehyden benutzt werden, kann das zu einer möglichen Fixierung von Proteinen führen. Es sind nur frisch vorbereitete Lösungen zu verwenden.


LAGERUNG
SINTODENT DISC sind in der Originalverpackung bei Raumtemperatur (5 °C – 50 °C) und trocken zu lagern. SINTODENT DISC darf bei der Lagerung nicht direktem Sonnenlicht oder UV-Licht ausgesetzt werden.

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